Künstler: Thorsten Streichardt, Berlin
Sitzgruppe vor dem Jugendklub aus Recyclingkunststoffen 

Das Projekt bezieht sich auf zwei Initiativen, die in Lohmen begonnen wurden: 

· Recycling von Kunststoffabfällen zu Rasenkantensteinen 
· Archäologischer Lehrpfad zu germanischen Steinkreisen etc. 

Im Mittelpunkt steht die Auseinandersetzung mit dem Material Kunststoff, der inzwischen ein universell einsetzbarer Stoff ist. Nicht nur in Verpackungsindustrie und Design zeigen sich die Vorteile von Kunststoffen, Stabilität bei minimalem Gewicht, Formbarkeit, Flexibilität und Haltbarkeit. Auch Dinge, die früher nur die Natur zuwege brachte, werden mit den materialspezifischen Vorteilen des Kunststoffs hergestellt. Pflanzenimitate, wie Blumen, Rasen, Zimmerpflanzen, brauchen kein Wasser, sind pflegeleicht und strapazierfähig. Baustoffe und “Natursteine” aus Kunststoff haben eine geringes Gewicht und sind verrottungsbeständig. 

Vorschlag für die Gestaltung der Sitzgruppe:

In Anlehnung an Natursteinformationen, wie sie in der Umgebung Lohmens als historische Kultstätten gefunden wurden, soll eine zeitgemäße Sitzgruppe entstehen: Die einzelnen “Steine” bestehen aus verschiedenfarbigen Kunststoffgranulaten und erinnern in ihrer Zusammensetzung an die von Mineralen in Naturstein (Quarz, Glimmer, Feldspat etc.). Die Form der einzelnen Sitzgelegenheiten hat sowohl amorph - ”natürlichen” Charakter, als auch Teile, die gezielt ergonomisch, auf das Sitzen hin gestaltet sind.


 

Das Projekt ist in zwei Teile gegliedert:

1. Werkstattkurs mit Jugendlichen (eine Woche, Juni/Juli 2001)

Bequem sitzen / Körperformen in Kunststoff übertragen. 
Wie sitze ich am liebsten? Abgüsse vom eigenen Körper können dazu dienen, neue Sitzmöglichkeiten zu entwickeln.
 

Mit dem Ziel, Ideen für eine Sitzgruppe vor dem Jugendklub zu entwickeln, werden verschiedene Techniken der Kunststoffbearbeitung ausprobiert: Schmelzen und Giessen von Kunststoffgranulat (grüner Punkt) 
Verformung und Verklebung fester Kunststoffe durch Hitze Tiefziehen von Kunststofffolien über selbstgemachte Gipsformen. 

2. Herstellung der Sitzgruppe( 2-3 Wochen August/September, 2001)

  Aufbauend auf den im Kurs erarbeiteten Techniken werden 
  die unterschiedlichen Teile der Sitzgruppe entstehen. Die 
  Einarbeitung persönlicher “Fossilien” steht dabei im 
Vordergrund. 

Arbeitsschutz:
Bei der Auswahl der Kunststoffe werde ich eine Belastung 
durch toxische Stoffe weitestgehend vermeiden. Trotzdem ist 
Schutzkleidung, Handschuhe und Gasmasken für den   Umgang mit erhitzten Kunststoffen dringend notwendig.